Bundesheim der Christdeutschen Jugend
In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg (1914 – 1918) wurden größere Teile der Burg nicht mehr genutzt. Im Jahre 1924 konnte die „Christdeutsche Jugend“ hier Räume anmieten und als ihr Bundesheim beziehen. Die „Christdeutsche Jugend“ war eine Gruppe junger Menschen, aus der Jugendbewegung kommend, die sich im Jahr 1921 gründete.
In der deutschen Jugendbewegung, die aus der Wandervogelbewegung hervorging, sammelten sich kritische Jugendliche, die sich gegen Verstädterung, ungesunde Lebensformen und die Zwänge der damaligen gesellschaftlichen Werteordnung wandten. Sie suchten nach dem einfachen Leben in der Natur. In einer Zeit, in der Jugendliche wenig Freiheiten hatten, schafften sie sich Freiräume und organisierten sich selbst. Einige Gruppen und Bünde waren konfessionell gebunden, andere nicht.
Der Name der „Christdeutschen Jugend“ ist Programm. Er verdeutlicht die Grundhaltung des Jugendverbandes: den unlösbaren Zusammenhang von Glauben sowie sozialer und politischer Verantwortung. Einerseits grenzten sie sich gegen eine verinnerlichte und weltentsagende exklusive Frömmigkeit ab, andererseits blieben sie kritisch gegenüber nationalistisch-vaterländischen und völkischen Parolen. Die „Christdeutsche Jugend“ wollte aus dem Evangelium heraus jungen Menschen persönliche Orientierung geben sowie sie ermuntern und befähigen soziale und politische Verantwortung in Gesellschaft und Kirche zu übernehmen.